1050 - Vom Stillen
Ich stille immer noch, ja wirklich, auch wenn das Baehrenkind jetzt bald ein Jahr alt wird. Viele finden das etwas komisch, vor allem weil sie doch so gut isst. Da brauch sie doch sicherlich keine Milch mehr, was soll denn der Quatsch? Und sicherlich fragen sich in meinem Umfeld auch viele, warum ich mich so einschränke. Oder warum ich das Baehrenkind so unglaublich verwöhne, das geht ja mal gar nicht. Zum Glück sagen die wenigsten das laut, man merkt aber oft, dass sie es denken.
Gerade heute habe ich gelesen, dass Frauen im Durchschnitt 6,9 Monate stillen. Das finde ich wirklich krass, wie kann man so schnell aufhören und was macht man mit dem Kind? Das Baehrenkind ist eine gute Esserin und sie hat schnell tagsüber die ersten Mahlzeiten komplett ersetzt. Aber das habe ich sie in ihrem Tempo machen lassen und ihr nichts aufgezwungen. Angefangen haben wir mit dem Mittagessen, erst ein bisschen Brei, dann die Brust. Irgendwann hab ich die weggelassen. Getrunken hat sie zwar noch von, aber danach gespuckt. Das ist nicht sinnvoll gewesen. Trotzdem hat es bis Ende September gedauert, dass sie nicht mehr tagsüber gestillt werden wollte bzw. genug gegessen hat um es auch ohne auszuhalten.
Seit Oktober hat sie keine andere Wahl, tagsüber unter der Woche ist nur Herr Baehr da und der gibt eben keine Milch. Doch bin ich am Wochenende da bekommt sie auch tagsüber die Brust, wenn sie das braucht. Und das braucht sie auch manchmal, bei Zahnweh, unglaublicher Müdigkeit oder wenn sie sich weh getan hat. Nicht immer, aber immer mal.
Und auch abends und nachts verlangt sie nach der Brust. Zumindest wenn ich dabei bin und ich bin einfach jeden Abend dabei. Manchmal frage ich mich, ob ich mich zu sehr einschränke und für das Baehrenkind aufopfere. Gleichzeitig weiß mein Herz aber, dass ich das nicht tue, es gehört für mich einfach dazu und ist richtig. Das Baehrenkind hat das Bedürfnis zu stillen, also machen wir es. Das ich somit Abends nicht weggehen kann ist jetzt nur ein kleiner Wehrmutstropfen, es gibt schlimmeres. Außerdem wird irgendwann auch diese Zeit wieder kommen, spätestens wenn das Baehrenkind mal einen Tag sturmfrei haben will.
Manchmal frage ich mich, wie andere es schaffen das Kind nach einem halben Jahr abzustillen. Einige Kinder sind da sicherlich anders und haben einfach kein Verlangen mehr nach der Brust. Ich glaube aber, und das zeigen mir auch immer wieder die vielen Kommentare, dass viele Frauen einfach Angst haben ihr Kind zu verwöhnen oder es zu verziehen. Aber warum? Stillen ist so viel mehr als verwöhnen und Nahrung. Stillen bedeutet Nähe und Liebe, Geborgenheit und Sicherheit. Stillen ist einfach etwas so schönes.
frau_baehr am 06. Januar 17
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1049 - Plan und Realität
Eigentlich war mein Plan für den Abend mich an den Rechner zu setzen und ein paar Dinge zu erledigen. Doch dann hat Herr Baehr gejammert, dass er so müde ist und direkt ins Bett muss. Also blieben für mich das Baehrenkind und das aufräumen der Küche über. Und heute hatte das Baehrenkind mal wieder Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen und hat gute eineinhalb Stunden zum Einschlafen gebraucht. Und als sie endlich geschlafen hatte rief eine Freundin an, die sich ausheulen musste und die ich nicht abwürgen wollte. Jetzt hab ich also nix geschafft, es ist schon wieder viel zu spät und ich bin elendig müde. Gut, dass ich morgen Homeoffice hab, so kann ich morgen früh duschen und spar mir das jetzt wenigstens noch.
frau_baehr am 05. Januar 17
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1048 - Die Betreuungssorge
Wir haben immer noch keinen Betreuungsplatz für das Baehrenkind. Das macht mich ganz kribbelig. Der versprochene Kitaplatz wird nix, zumindest nicht ab März. Ab wann kann keiner sagen, die Stadt bemüht sich einen Platz zu schaffen. Bemühen hilft aber nix, denn dadurch entsteht kein Platz. Außerdem scheint die Schaffung des Platzes nicht nur Formsache und ein paar Wochen Renovierungsarbeit zu sein, wenn man den Gerüchten im Ort trauen kann. Das belastet mich und macht mich nervös.
Kinder muss man sich heute leisten können, wir können es kaum. Das ist echt traurig, dabei verdienen wir nicht schlecht. Aber das einzelne Gehalt reicht nicht, um alles zu zahlen. Ja, wir haben ein Eigenheim und zahlen einen Kredit ab. Aber wir würden hier in der Gegend für eine Dreizimmerwohnung genau diesen Betrag zahlen. Ich frag mich immer, wie andere das machen. Die können nicht alle so unendlich viel verdienen. Einige haben sehr großzügige Eltern, oder von den Großeltern geerbt. Das ist natürlich nett, kann aber nicht Voraussetzung sein.
Wir werden das alles hinbekommen. Wahrscheinlich mache ich mir wieder viel zu viele Sorgen, aber so bin ich eben.
frau_baehr am 04. Januar 17
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