Donnerstag, 18. Mai 2017
1179 - Das schlechte Gewissen
Ich bin sehr pflichtbewusst, schon immer. In der Schule hätte ich mich nie getraut zu schwänzen, obwohl ich mir das echt hätte leisten können, denn ich war nicht schlecht. Aber ich kann ja nicht lügen und finde es nicht ok, dann irgendwas zu erzählen.

Auf der Arbeit würde ich schon gar nicht schwänzen, denn dafür werde ich ja bezahlt und dann muss ich da auch hin, da gibt es keine Diskussionen. Deswegen fällt es mir auch schwer daheim zu bleiben, wenn ich nicht richtig krank bin. Obwohl ich nicht weiß, ob man unrichtig krank sein kann. Aber nur so ein bisschen Schnupfen ist ja kein Grund.

Jetzt hat Morgen Herr Baehr Geburtstag und ich habe beschlossen eine Stunde vorzuarbeiten, damit ich Morgen eine Stunde früher aufhören kann. Das bedeutet aber auch, dass ich den täglichen Team-Termin ausfallen lassen muss, also sozusagen schwänzen. Und jetzt fühle ich mich jetzt schon schlecht und überleg, ob ich das wirklich machen kann. Liegt wahrscheinlich auch an dem blöden Kollegen. Ich hoffe, dass ich Morgen nicht einknicke und einfach gehe wenn die sieben Stunden abgearbeitet sind.



Mittwoch, 17. Mai 2017
1178 - Nackedei
Heute war es ja endlich mal warm. Und deswegen ist das Baehrenkind nur nit einem Body bekleidet im Garten gewesen. Im Sandkasten hat sie angefangen sich selbst mit Sand zu bewerten und auf ihre Schultern zu packen. Da ist dann natürlich auch ganz viel in den Body gerutscht. Also hab ich ihr den ausgezogen, die Windel gleich dazu. Und was macht das nackige Kind als erstes? Pieselt in den Sandkasten und matscht dann drin rum. Naja, wird schon nicht giftig sein und sie hatte Spaß. Der Einfachheit halber hat sie dann auch nackig gegessen. Das hat aber definitiv Nachteile, denn wenn ihr warmes Essen runterfällt ist es unangenehm. Aber alles in allem fand sie es eher toll.



Dienstag, 16. Mai 2017
1177 - Der Schnuller
Ich hatte mir vor der Geburt des Baehrenkindes nicht so viele Gedanken über das Thema Schnuller gemacht. Wir hatten eben welche gekauft, weil wir dachten, dass man die ja vielleicht brauchen kann. Und gebraucht haben wir sie dann ja auch, da ich es körperlich einfach nicht leisten konnte, dass das Baehrenkind dauerhaft stillen konnte. Milch wäre genug da gewesen, aber die Haut ist eben irgendwann weg.

Von Anfang an habe ich gesagt, dass ich es nicht möchte, wenn das Baehrenkind den Schnuller ständig im Mund hat, sondern nur dann, wenn sie ihn auch wirklich braucht. Also zum Schlafen oder wenn sie sehr müde ist. Und im Auto, denn da schläft sie auch immer noch viel. Aber eben nicht zum spielen, denn dann gewöhnt sie sich dran ihn ständig drin zu haben. Und ich finde es gibt nichts schlimmeres als Kleinkinder, die nur den Schnuller drin haben.

Jetzt bin ich aber kaum da und muss andere es so machen lassen, wie sie es für richtig halten. Im Kindergarten geben sie ihr wohl sehr schnell den Schnuller. Und Herr Baehr gibt ihn ihr Nachmittags hier daheim auch immer. Denn sie ist ja müde, hat im Kindergarten nicht so viel geschlafen. Und dann sitzt sie in der Sandkiste mit dem Schnuller im Mund.

Wir disktuieren immer wieder, ob ich ihn ihr dann wieder wegnehmen darf oder nicht. Denn oft ist es so, dass sie zwar kurz meckert, ihn aber gar nicht vermisst, wenn man normal mit ihr weiterspielt. Dazu kommt, dass sie dann auch viel mehr Geräusche macht und brabbelt. Das ist viel schöner als das stumme Kind mit dem Schnuller. Natürlich weint sie dann auch schneller und ist etwas anhänglicher, aber das finde ich nicht schlimm. Herr Baehr aber wohl schon.

Eine Lösung finden wir hier wohl erstmal nicht habe ich den Eindruck. Das ist schade, denn eigentlich dachte ich, dass wir bald gar keinen Schnuller mehr brauchen werden.