Samstag, 14. März 2015
397 - Tiefer Schlaf
Herr Baehr hat einen unglaublich tiefen Schlaf. Wenn er schnarcht und ich ihn rüttele, reagiert er gar nicht. Und ich schüttele teilweise schon recht grob. Würde er nicht schnarchen könnte man meinen er wäre gestorben.

Heute Morgen bin ich mal wieder von Herrn Baehrs Geschnarche wach geworden und hatte beschlossen zum lesen ins Gästebett umzuziehen. Leider ist der Rolladen im Gästezimmer kaputt, der Gurt rollt sich nicht immer auf. Da ich gerne Tageslicht zum lesen haben wollte, habe ich einen Knoten in den Gurt gemacht. Das hat aber nicht lange gehalten und der Rolladen ist nach unten gekracht. Das war richtig laut und ich hatte damit gerechnet, dass Herr Baehr jeden Moment meckernd aus dem Schlafzimmer kommt. Doch der kam nicht, sagte später auch er hätte nichts gehört. Fast schon beneidenswert so ein fester Schlaf.



Freitag, 13. März 2015
396 - Wanderung
Herr Baehr hat mich heute Morgen mit in den Ort genommen, damit ich mir einen neuen Reisepass beantragen kann. Leider sah ich mir auf dem Bild nicht ähnlich genug und es war zu alt. Also erfolglos, ärgerlich. Aber besser sie lehnen es gleich ab, als wenn ich irgendwann arbeitstechnisch in die USA muss und dann dort nicht reingelassen werde.

Zurück bin ich dann gelaufen, dass sind vom Ort in unser Dorf ca. 3-4 Kilometer. Je nachdem wo man langläuft. Ich dachte ich versuch mal den Weg rechts der Landstraße, an den vielen Pferdekoppeln lang. Wo genau der langgeht wusste ich nicht, aber die Richtung kannte ich ja. Leider gibt es rechts der Landstraße keinen durchgängigen Weg, so dass ich zwischendrin über eine Wiese zu einem Bach laufen musste, über den ich dann gesprungen bin, um wieder auf einen Weg zu kommen. Alles aber gar nicht schlimm, das war richtig schön so durch die Natur zu laufen und mal wieder was neues in der näheren Umgebung kennenzulernen. Nur arg anstrengend war es, vor allem da meine Socken die ganze Zeit gerutscht sind. Die habe ich auf halbem Weg dann aber einfach ausgezogen, hatte sowieso gefütterte Schuhe an, darin kann man auch gut Barfuss laufen. Nur an meiner Kondition muss ich jetzt noch arbeiten.



Donnerstag, 12. März 2015
395 - Die halbe Fastenzeit
Die Hälfte der Fastenzeit ist rum und ich habe in der ganzen Zeit, sogar seit Faschingssamstag, kein Fleisch gegessen. Am Anfang ist es mir noch schwer gefallen, irgendwie musste ich erst umdenken. Jetzt ist es schon selbstverständlich. Wenn ich im Büro in der Kantine bin schaue ich nicht mehr, was ich nicht essen kann, sondern was es an fleischlosen Gerichten gibt.

Auch daheim klappt es ziemlich gut. Ich hatte zuerst Bedenken, dass Herr Baehr mir Schwierigkeiten machen würde, weil er der absolute Fleischfresser ist. Bisher haben wir aber immer einen guten Kompromiss gefunden oder er hat ohne zu murren auch fleischlos gegessen. Mittlerweile macht er sich sogar Gedanken, was wir kochen könnten und woran kein Fleisch ist.

Veränderungen an mir nehme ich nicht wahr, also zumindest geht es mir ohne Fleisch nicht besser als mit. Was ich jedoch merke ist mein Eisenmangel, ich könnte ständig schlafen und meine Fingernägel splittern noch schneller als sonst. Da das aber auch schon mit Fleisch nicht optimal war, ist das keine negative Veränderung.

Ich glaube ich freue mich schon darauf wieder Fleisch zu essen, weiß aber jetzt auch, dass ich es wirklich über einen längeren Zeitraum komplett ohne aushalten kann.