528 - Unsichtbar
Ich habe ein Problem mit vielen Menschen auf wenig Raum. Und mit Small Talk leider auch. Da sind doch so Events im Arbeitsumfeld immer wieder was ganz tolles. Heute war mal wieder sowas, die Partnerfirma hatte eingeladen, in eine Bar. Mein Kollege hatte sich darauf gefreut, leckeres Essen und umsonst trinken. Ist mir nicht so wichtig, außerdem sind da nur fremde Menschen. Mag ich ja besonders gerne, da ich meist eh keinen Kontakt zu anderen aufbauen kann.
Natürlich war es heute auch wieder so. Der Kollege kannte Leute dort, ehemalige Kollegen. Die hatte er mir auch vorgestellt, da ich aber über deren Firma nicht mitreden konnte, war ich ganz schnell raus. Ich hab sogar das Gefühl, dass ich nachbeiniger Zeit unsichtbar werde. Die Leute drehen mir den Rücken zu, rempeln mich an oder reagieren nicht, wenn ich was sage. Naja, Pflicht erfüllt, ich war dort gewesen. Muss ich aber so schnell nicht mehr haben.
frau_baehr am 24. Juli 15
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527 - Die Freude der anderen
Ich mache gerne anderen Menschen eine Freude. Entweder durch ein Gechenk oder durch eine nette Geste. Ich mag es, wenn andere sich freuen und glücklich sind, vielleicht auch, weil ich es so oft nicht sein kann. Deswegen finde ich es an Weihnachten auch viel schöner etwas zu verschenken als etwas geschenkt zu bekommen.
Da ja die zwölfte Woche geschafft ist, haben wir beschlossen das ganze mit Kind und Hochzeit offiziell unter unseren Freunden zu verbreiten. Schon die Schwägerin hat sich ja tierisch gefreut und war völlig aus dem Häuschen, als wir es ihr erzählt hatten. Das war total schön, es tat gut zu wissen, dass sich jemand so sehr für jemand anderen freuen kann.
Eigentlich sollten wir gestern Herrn Baehrs beste Freundin sehen, die ja mittlerweile auch eine sehr enge Freundin von mir geworden ist. Leider ging es ihr, hochschwanger wie sie jetzt ist, bei der Hitze gestern gar nicht gut. Deswegen habe ich sie heute angerufen, ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten das ganze vor ihr geheim zu halten. Die hat sich total gefreut, war sprachlos und hat zugleich immer wieder quietschende Laute ausgestoßen. Sie hätte schon die ganze Zeit mitgefiebert und jetzt endlich wäre es so weit, das wäre so toll. Sie wollte alles über den unspektakulären Heiratsantrag wissen und hat mich auch sonst ausgequetscht, immer wieder unterbrochen von Sätzen, wie: "Ich bin sprachlos" und dann kam wieder ein glücklicher Seufzer.
Es ist so schön zu wissen, dass andere an unserem Glück teilhaben. Und es macht es mir leichter, mich auch endlich zu freuen, nachdem ich die letzten Wochen ja eher mit Angst und Sorgen verbracht hatte.
526 - Ich nehme keine Rücksicht mehr
Dienstag ist Schwimmtag mit den Freunden von Herrn Baehr. Eigentlich, denn jeden Dienstag das gleiche Theater, es muss per Mail abgefragt werden wer kommt. Rechtzeitig abzusagen überfordert aber anscheinend einige aus der Runde. Es hilft auch nicht, dass ich schon mehrmals gebeten habe bis 16 Uhr zu reagieren, da ich mit den Öffentlichen von daheim aus knapp zwei Stunden bis zum Schwimmbad brauche. Das bekommen sie aber auch nicht hin.
Ich verstehe das einfach nicht. Wir gehen jeden Dienstag zur selben Uhrzeit schwimmen. Meine Kollegen wissen das sogar und machen Dienstags Termine entsprechend. Aber die anderen bekommen das nicht hin. Heute wurde zehn Minuten vor dem Treffen abgesagt. Danke, sehr nett.
Ich hab jetzt keine Lust mehr mich nach allen anderen zu richten und auf alle Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Auf mich nimmt ja auch keiner Rücksicht. Es ist selbstverständlich, dass wir so ewig unterwegs sind und im Zweifelsfall umsonst gekommen sind. Ich überleg mir jetzt bis nächste Woche, ob ich noch mitgehe oder es lieber sein lasse.
frau_baehr am 21. Juli 15
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