Sonntag, 13. September 2015
580 - Alles so süß
Die kleinen Kleidungsstücke für das Baehrenkind sind einfach nur unglaublich süß. Ich habe sie heute sortiert und mit unserer Wäsche gewaschen. Einige Teile wollte ich nicht in den Trockner stecken, so wie die winzig kleinen Jeans. Diese habe ich mit den Jeans von Herrn Baehr und mir aufgehängt. Gerade der Vergleich mit Herrn Baehrs Hosen ist extrem.

So langsam bin ich immer mehr bereit für das Baehrenkind. Da wir aber heute erst Halbzeit haben muss ich noch etwas warten und mich an der Vorfreude erfreuen. Und natürlich noch mehr süße Sachen kaufen.



579 - Kinderflohmarkt
Heute waren die Studienfreundin und ich auf einem Kinderflohmarkt. Als Schwangere darf man eine halbe Stunde eher rein, da waren schon einige da. Gut fand ich, dass alles nach Größen sortiert war und nicht jeder was angeboten hat. Leider war alles nach Jungen und Mädchen aufgeteilt, wo sollte ich da suchen? Ich habe dann bei den Jungssachen geschaut, die waren eher neutral. Besonders genial finde ich eine Latzhosenjeans und eine Fleecejacke. Beides sollte im Frühjahr passen, wo Herrn Baehrs Eltern angedacht hatten mit der ganzen Familie nach Holland ans Meer zu fahren. Wenn das Baehrenkind kein Problem mit dem Autofahren hat, würde ich da mitfahren.

Aber ich schweife ab. Zurück zum Flohmarkt. Schon nur mit den Schwangeren fande ich es anstrengend. Gedrängel, Gewühle und Geschubbse. Und einfach viel zu viel Körperkontakt. Aber noch so, dass man schauen konnte. Als dann alle reindurften wurde es Horrormäßig und wir sind geflüchtet. Da hätte ich nicht länger bleiben wollen.



Freitag, 11. September 2015
578 - Die Hormonachterbahn
Launisch bin ich schon immer gewesen. Ich habe eine genaue Vorstellung, wie alles ablaufen muss. Passiert das nicht, kann ich wütend, traurig, eingeschnappt und völlig hilflos zugleich sein. Ein Zustand den ich an mir nicht mag und den Herr Baehr (verständlicherweise) hasst. Jetzt spielen da auch noch die ganzen Hormone mit rein, das macht die Sache nicht grade leichter. Da kann die Aufteilung der Putzaufgaben schonmal zum größten Krach seit Wochen ausarten.

Schlimm finde ich vor allem, dass ich zwischen fröhlich und traurig innerhalb von Sekunden unfreiwillig umschalte. Erst gestern war wieder so eine Situation. Ich war gut drauf, als Herr Baehr heimkam, wir alberten rum, alles war gut. Doch in meinem Hinterkopf war immer wieder die Stimme, die mir sagte, wir müssen klären wer Samstag wann wo ist und wer das Auto mitnimmt. Herr Baehr hatte keine Lust darüber nachzudenken und hat das Gespräch sofort abgeblockt und ist zu einer Sitzung ins Bad verschwunden. Danach hat er gelesen. Ich bin zuerst wütend geworden, dann kamen die ganzen Gedanken. Ich muss alles alleine machen, er interessiert sich nicht für mich. Und schon war ich todtraurig und hab geheult. In solchen Situationen finde ich mich selbst extrem anstrengend. Das sehe ich aber leider erst hinterher.

Und noch etwas macht mir zu schaffen. Alle glauben, dass das Baehrenkind ein Junge wird. Ich bin mittlerweile ja auch schon überzeugt. Nachdem beim letzten Ultraschall jetzt aber gar nichts zu sehen war, klammere ich mich wieder an die Hoffnung, dass es ja doch ein Mädchen sein könnte. Ich wollte immer ein Mädchen, warum weiß ich nicht. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich überhaupt so denke. Eigentlich sollte es mir so egal sein, was das Baehrenkind ist, hauptsache es existiert. Es ist das, was ich mir das ganze letzte Jahr so sehr gewünscht habe. Und trotzdem habe ich Angst enttäuscht zu sein, sollte es ein Junge werden. Dabei wäre das doch gar nicht schlimm, ich kenne es nur einfach nicht.



Donnerstag, 10. September 2015
577 - Umstandsbadeanzug
Ich passe seit gut zwei Wochen nicht mehr in meinen Badeanzug. Das ist ein Sportbadeanzug, super zum schwimmen. Er ist hochgeschlossen am Hals und drückt die Brust etwas platt. Einen Schönheitswettbewerb kann man mit ihm nicht gewinnen, aber das will ich ja auch gar nicht. Ich will etwas beim Schwimmen anhaben, dass nicht rumschlabbert oder rutscht. Gerade beim Abstoßen vom Beckenrand habe ich im Bikini immer wieder das Gefühl, dass es mir die Hose auszieht und die Brüste freilegt.

Die letzten zwei Wochen war ich im Bikini schwimmen. Wie oben erwähnt ist das so absolut nicht mein Ding. Kein Problem, dank Internet sollte man ja recht schnell einen guten Ersatz für den Badeanzug finden. Dachte ich zumindest. Es ist doch ein Problem, denn es gibt fast nur Tankinis. Der Sinn eines Tankinis in der Schwangerschaft erschließt sich mir nicht. Warum muss der Bauch durch labberig herunterhängenden Stoff bedeckt werden? Warum gibt es nicht Schwangerschaftsbikinis? Schwangere zeigen doch so gerne ihren Bauch, oder etwa nicht?

Einen Tankini möchte ich eigentlich nicht. Da habe ich ja das gleiche Problem wie beim Bikini, rutschende Hose. Und ob das Oberteil dort bleibt wo es soll, weiß ich auch nicht. Umstandsbadeanzüge gibt es wenige, viele sehr hässlich und fast alle mit einem riesigen Ausschnitt. Hinzu kommt noch die Schwierigkeit, dass jeder Hersteller von einem enormen Brustwachstum ausgeht. Es gibt fast nur Größe 38 in Kombination mit Körbchengröße D. Was soll ich denn da alles reintun? Meine Brüste haben immer noch Originalgröße und die ist von D doch noch etwas entfernt.

Ich werde wohl erstmal in den sauren Apfel beißen und weiterhin im Bikini schwimmen gehen. Das ist zwar nicht so toll, ist aber wenigstens einer den ich gerne mag und der (wenn man sich nicht grade abstößt) gut sitzt.