Ich muss für einen Kollegen einspringen und einen Vortrag halten. In Frankreich auf Englisch. Allein das gruselt mich schon. Dazu kommt, dass die Teilnehmer bei dem Event alle in Leveln weit über dem meinen sind und sich sicher in dem Thema super auskennen. Ich kenn mich eher so mittelmäßig aus.
Der Kollege hat mir vorhin in recht kurzer Zeit dann erläutert, was für ihn das wichtigste ist und ich habe versucht so viel wie möglich mitzuschreiben. Das ist gar nicht so einfach. Er ist der Meinung man kann über die Folien ewig sprechen, erste Tests meinerseits haben ergeben, dass ich maximal 25 Minuten brauche. Das ist viel zu kurz und ich spreche noch nicht mal flüssig sondern stottere mir eher einen ab. Das macht mich noch unsicherer. Ich weiß nicht, ob es hilft Morgen mal alles auszuformulieren und es erstmal abzulesen. Ich weiß aber, dass ich meinen Vortrag am Wochenende noch einige Male proben muss. Vielleicht erklärt sich ja Herr Baehr bereit einmal zuzuhören. Das wird schon schiefgehen.
Und zwar von Banken und Versicherungen. Wir haben ein Händchen dafür Komplikationen auszulösen, sagt zumindest unser Finanz- und Versicherungsmakler. Er meinte, sowas wie mit uns, hätte er noch nie erlebt.
Schon beim Kauf des Hauses war es mit der Bank nicht ganz einfach. Immer wieder wurden wir von unterschiedlichen Menschen von der Bank angerufen und unmöglich behandelt. Die Bank schickte uns eine Gutachterin, die mehr als unmöglich war. Und genau die Bank machte auch Probleme, als es um die Auszahlung des Kredites ging, obwohl der Vorbesitzer seinen Kredit auch bei der gleichen Bank hatte und es einfach nur ein Umbuchung gewesen wäre.
Dann hatten wir ja das Problem mit der Gebäudeversicherung, worüber ich ja immer mal wieder berichtet hatte. Das hat sich zum Glück geklärt, der Schaden ist aber noch nicht reguliert. Mal sehen was da noch kommt. Ich hoffe nur, dass die uns nicht noch mehr Probleme machen und da wenigstens alles gut ist.
Jetzt hatten wir wieder Probleme mit der Bank. Ich wollte ein Ablöseangebot für einen Teilkredit. Da wir immer wieder verschiedene Ansprechpartner hatten, habe ich eine der Nummern gewählt und dort angerufen. Die Dame dort war mega unfreundlich, sie wäre nicht zuständig und legte auf. Also die nächste Nummer probiert. Dort die Dame war auch nicht zuständig, nahm mein Anliegen aber auf und leitete es weiter. Lange passierte nichts, dann kam vor ein paar Tagen ein Schreiben mit Datum von Ende August. Sie bestätigen die Kündigung des Kredits, wir mögen doch bitte bis Ende September den Restbetrag überweisen. Ich dachte ich spinne. Nach mehreren unmöglichen Telefonaten mit verschiedenen Callcenter-Damen schaltete ich unseren Makler ein. Schließlich wollten die mir alle weiß machen, dass der Vertrag sowieso zu Ende September ausgelaufen wäre. Egal was in meinen Unterlagen steht. Der Makler konnte das zum Glück regeln. Und meinte, er hätte sowas noch nie so gebündelt erlebt.
Ich sag ja, wir werden Tester. Wenn eine Bank oder Versicherung uns keine Probleme macht, wird sie auch niemand anderem Probleme bereiten.
Bestimmt das Buch, dass mich dieses Jahr am meisten bewegt hat,
Grüße und Küsse an alle: Die Geschichte der Familie von Anne Frank von Mirjam Pressler. Es gab eine Zeit in meiner Jugend, da habe ich alles verschlungen, was mit Anne Frank zu tun hatte. Ich weiß auch nicht, wie oft ich das Tagebuch schon gelesen habe, einige Male auf jeden Fall. Zuletzt in diesem Jahr in der
Gesamtausgabe, die ich bisher noch nicht zu Ende gelesen habe.
Der Titel des Buches "Die Geschichte der Familie von Anne Frank" ist vielleicht nicht wirklich gut gewählt. Erzählt wird in diesem Buch die Geschichte der Familie Frank, also eigentlich die Geschichte der Familie von Otto Frank. Entstanden ist das Buch aus vielen alten Briefen, die die Familie sich in der Zeit von Mitte des 19. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert hinein geschrieben hat. Entdeckt hat diese Briefe Gertie Elias, die Frau von Annes Cousin Buddy. Ihr ist es also zu verdanken, dass wir einen solch intimen Einblick in das Familienleben bekommen können.
Ich kann meine Gefühle zu diesem Buch nur schwer in Worte fassen, war aber begeistert und habe es in einem Rutsch weggelesen. Mich beeindruckt welch ein Zusammenhalt in der Familie besteht, wie liebevoll sie miteinander umgehen und welchen Respekt sie einander entgegenbringen. Von dieser Familie können sich viele Menschen heute eine Scheibe abschneiden.
Für mich war auch noch einmal besonders wichtig zu erfahren, wie die Familie und besonders Otto Frank mit der Berühmtheit von Anne umgegangen sind. Und wie man verhindern kann zu vergessen, dass er noch eine zweite Tochter, Margot hatte. Es ist sehr schade, dass von Margot alle Aufzeichnungen verloren gegangen sind und deswegen ist es besonders wichtig auch immer wieder an sie (und natürlich alle anderen Hinterhausbewohner) zu erinnern, zumindest für mich.