584 - Es kann ja nur noch besser werden
Heute ist definitiv nicht mein Tag. Ich hab bescheiden geschlafen und bin um kurz vor sechs wach geworden, obwohl ich noch eine halbe Stunde hätte schlafen können. Aber das Baehrenkind hatte da was gegen, war schon aktiv und hatte es sich auf meiner Blase bequem gemacht. So eine halbe Stunde ist verkraftbar, war aber der Anfang allen Übels.
Herr Baehr war gestern schon leicht schnupfig, heute Nacht hat er so stark geschnarcht und geschnauft, dass ich es nicht neben ihm ausgehalten hatte und ins Gästezimmer ausgewandert war. Natürlich ist er heute krank, richtig fetter Schnupfen. Zum Glück ist er ein pflegeleichter Patient, hat bis eben geschlafen. Trotzdem ist es nur noch eine Frage von Stunden (wahrscheinlich) bis ich es auch habe. Schnupfen bekomme ich ja immer und jetzt mit dem schwächeren Imunsystem bin ich doch der beste Kandidat dafür es auch zu bekommen. Kopfweh ist schon da.
Das Training, dass ich heute habe, ist ein virtuelles. Und weil es so lustig ist wählt sich jeder per Telefon ein. Finde ich schonmal ätzend, wenn man ein Tool wie WebEx nutzt, warum dann nicht gleich so, dass auch der Ton mitkommt? Acht Stunden dauertelefonieren ist mit der Telekom auch nicht möglich, die trennen einfach nach zwei Stunden. Das scheint bei anderen Teilnehmern auch der Fall zu sein, denn ständig quäkt eine Frauenstimme dazwischen, dass jemand den Call verlassen hat oder wieder hinzugekommen ist.
Die Übungen zu dem Training, die ja vielleicht ganz interessant wären, gehen leider auch nicht. Allgemein fehlt etwas, insbesondere in meiner Umgebung fehlt alles. Immerhin, einen Teil konnte ich machen. Wegen Unwissenheit habe ich es jetzt aber zerstört und keine Lust umständlich über ein Chatfenster die Trainer zu fragen. So wichtig ist das auch nicht, vielleicht lasse ich es auch einfach sein.
Und da mich das nicht schon genug nervt und aufregt, vielleicht bin ich auch etwas empfindlich, ist es mit einigen Bekannten auch schwer. Herrn Baehrs beste Freundin hat vor ein paar Wochen ihr Kind bekommen und feiert jetzt am Wochenende ihren Geburtstag. Es ist das erste Mal, dass wir uns seit der Geburt sehen und deswegen wollte ich nicht nur der Mutter etwas schenken, sondern auch dem Baby. Ich kenne das nur so, wenn ein Kind auf die Welt kommt schenkt man etwas, am Besten fragt man vorher nach, was gebraucht wird. Da man zu mehreren ja besser schenken kann, weil mehr Geld, habe ich zwei befreundete Paare gefragt, ob sie mitschenken möchten. Vorschläge was man schenken kann hatte ich auch gemacht, hatte ja schließlich Herrn Baehrs beste Freundin angerufen und gefragt, was sie noch benötigen. Es hat ewig gedauert, bis geantwortet wurde, irgendwer hat vorgschlagen eine Windeltorte zu verschenken. Super Idee finde ich, ich hab aber keine Zeit bis Samstag Abend eine zu basteln. Der Rest scheint das nicht als Option zu sehen, sie hätten eine gekauft, aber so spontan wird da keine mehr hergestellt. Deswegen meinte jetzt eine der Frauen (die den ganzen Tag daheim ist), wir sollten doch einfach nur eine Kleinigkeit fürs Kind schenken und hauptsächlich was für die Mutter, es wäre ja schließlich ihr Geburtstag. Die Kleinigkeit ist eine Spieluhr, so gewünscht. Finde ich zur Geburt etwas mager und würde es gerne dann nur mit Herrn Baehr schenken. Wenn ich das jetzt aber sage gibt es Streit und ich bin die blöde. Ich finde aber nach wie vor, dass man zur Geburt was schenkt, die anderen meinen es wäre ja keine Babyparty und deswegen wäre eine Kleinigkeit angemessen.
Ach, alles doof heute. Ich sollte direkt ins Bett gehen, muss aber noch bis 19 Uhr arbeiten. Welch Freude.
frau_baehr am 17. September 15
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583 - Vortrag
Ich muss für einen Kollegen einspringen und einen Vortrag halten. In Frankreich auf Englisch. Allein das gruselt mich schon. Dazu kommt, dass die Teilnehmer bei dem Event alle in Leveln weit über dem meinen sind und sich sicher in dem Thema super auskennen. Ich kenn mich eher so mittelmäßig aus.
Der Kollege hat mir vorhin in recht kurzer Zeit dann erläutert, was für ihn das wichtigste ist und ich habe versucht so viel wie möglich mitzuschreiben. Das ist gar nicht so einfach. Er ist der Meinung man kann über die Folien ewig sprechen, erste Tests meinerseits haben ergeben, dass ich maximal 25 Minuten brauche. Das ist viel zu kurz und ich spreche noch nicht mal flüssig sondern stottere mir eher einen ab. Das macht mich noch unsicherer. Ich weiß nicht, ob es hilft Morgen mal alles auszuformulieren und es erstmal abzulesen. Ich weiß aber, dass ich meinen Vortrag am Wochenende noch einige Male proben muss. Vielleicht erklärt sich ja Herr Baehr bereit einmal zuzuhören. Das wird schon schiefgehen.
frau_baehr am 16. September 15
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582 - Wir könnten Tester werden
Und zwar von Banken und Versicherungen. Wir haben ein Händchen dafür Komplikationen auszulösen, sagt zumindest unser Finanz- und Versicherungsmakler. Er meinte, sowas wie mit uns, hätte er noch nie erlebt.
Schon beim Kauf des Hauses war es mit der Bank nicht ganz einfach. Immer wieder wurden wir von unterschiedlichen Menschen von der Bank angerufen und unmöglich behandelt. Die Bank schickte uns eine Gutachterin, die mehr als unmöglich war. Und genau die Bank machte auch Probleme, als es um die Auszahlung des Kredites ging, obwohl der Vorbesitzer seinen Kredit auch bei der gleichen Bank hatte und es einfach nur ein Umbuchung gewesen wäre.
Dann hatten wir ja das Problem mit der Gebäudeversicherung, worüber ich ja immer mal wieder berichtet hatte. Das hat sich zum Glück geklärt, der Schaden ist aber noch nicht reguliert. Mal sehen was da noch kommt. Ich hoffe nur, dass die uns nicht noch mehr Probleme machen und da wenigstens alles gut ist.
Jetzt hatten wir wieder Probleme mit der Bank. Ich wollte ein Ablöseangebot für einen Teilkredit. Da wir immer wieder verschiedene Ansprechpartner hatten, habe ich eine der Nummern gewählt und dort angerufen. Die Dame dort war mega unfreundlich, sie wäre nicht zuständig und legte auf. Also die nächste Nummer probiert. Dort die Dame war auch nicht zuständig, nahm mein Anliegen aber auf und leitete es weiter. Lange passierte nichts, dann kam vor ein paar Tagen ein Schreiben mit Datum von Ende August. Sie bestätigen die Kündigung des Kredits, wir mögen doch bitte bis Ende September den Restbetrag überweisen. Ich dachte ich spinne. Nach mehreren unmöglichen Telefonaten mit verschiedenen Callcenter-Damen schaltete ich unseren Makler ein. Schließlich wollten die mir alle weiß machen, dass der Vertrag sowieso zu Ende September ausgelaufen wäre. Egal was in meinen Unterlagen steht. Der Makler konnte das zum Glück regeln. Und meinte, er hätte sowas noch nie so gebündelt erlebt.
Ich sag ja, wir werden Tester. Wenn eine Bank oder Versicherung uns keine Probleme macht, wird sie auch niemand anderem Probleme bereiten.
frau_baehr am 15. September 15
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