608 - Laaaanger Spaziergang
Herr Baehr hat vorgeschlagen, dass wir heute einen Spaziergang machen. Und wenn Herr Baehr sowas vorschlägt muss man sofort zusagen. Also sind wir losgefahren, gar nicht weit, einfach nur aus dem Ort raus und dort auf einen Wanderparkplatz. Und dann sind wir los in den Wald, ein richtig schönes Stück Erde. Mitten im Wald der Teich des örtlichen Anglervereins, richtig idyllisch. Wir sind immer weiter gelaufen und haben irgendwann Herrn Baehrs Handy konsultiert ob es schlau ist umzukehren oder bei irgendeiner Abzweigung abzubiegen. Wir haben uns für zweiteres entschieden, war dann doch ein echt langer Weg. Es hat gut getan zu laufen, hat uns beide Stubenhoker aber ganz schön erledigt. Trotzdem sollten wir das öfter machen.
frau_baehr am 11. Oktober 15
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607 - Hochzeitskleid
Heute war ich für das Standesamt mit meiner Schwester und Mutter shoppen. Ich wollte nichts besonderes, einfach ein schönes schlichtes Kleid. Kleider überhaupt zu finden war gar nicht so einfach, trägt man diesen Winter wohl nicht. Fündig wurden wir dann bei P&C, sehr verlässlich, die haben immer Kleider. Wie viele ich anprobiert habe weiß ich nicht. Meine Schwester hat immer wieder neue Kleider gebracht. Zwischendrin hatte ich mit einem langen Kleid geliebäugelt, das war aber so lang, dass ich extrem hohe Schuhe hätte anziehen müssen. Das ist nicht mein Ding und mit meinem Rücken nicht wirklich vereinbar. Geworden ist es ein türkises Kleid, knielang. Ich bin zufrieden, es ist nicht zu besonders aber auch nicht zu schlicht.
frau_baehr am 10. Oktober 15
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606 - Geburtsvorbereitungskurs Teil 1
Ein bisschen Bammel hatte ich schon vor dem ersten Kurs. Ich wusste nicht, was mich dort erwartet und solche Situationen lösen bei mir ja leider eine leichte Panik aus. Auch die vielen Frauen, die dort sein würden, verunsicherten mich. Würde ich es überhaupt schaffen Anschluss zu finden oder, wie so oft, nur am Rand dabei stehen. Vorweg, viel gesprochen habe ich nicht. Mich mit einer der Frauen unterhalten habe ich mich auch nicht. Irgendwie war aber auch nicht so ganz der Rahmen dazu da, vielleicht beim nächsten Mal.
Nachdem wir angekommen und die ganzen Formularitäten erledigt hatten, ging es dann mit einer Vorstellungsrunde los. Jeder musste die Namen ihrer Vorgängerinnen nennen und dann den eigenen. Jeweils zum Namen musste man ein Ding benennen, welches man mag und das denselben Anfangsbuchstaben wie der Vorname hat. Das mag ich nicht so gerne, bin ich doch mit meinem Buchstaben etwas eingeschränkt. Sich all die Dinge und Namen zu merken war auch gar nicht so einfach, aber es half, dass wir alle etwas lockerer wurden. Keine von uns schaffte es die Runde fehlerfrei zu beenden, was aber gar nicht schlimm war.
In einer zweiten Runde stellten wir uns persönlich vor. Wir erzählten ein bisschen zu unserem Hintergrund (Alter, Beruf, Wohnort) und zu unseren Erwartungen. Außerdem konnte man sagen, wo man das Kind zur Welt bringen möchte, falls man das schon weiß. Mir ist wieder bewusst geworden, dass ich doch mit dem Gedanken einer ambulanten Geburt nicht nur spiele, sondern ihn gar nicht mal so schlecht finde. Bestärkt hat mich darin dann auch die Kurzvorstellung der Hebamme, die auf eine lange Berufserfahrung inklusive Hausgeburten zurückblickt. Eine Hausgeburt wäre jetzt nichts für mich, weil ich doch auf Sicherheit bedacht bin und gerade wegen meines Herzfehlers gerne einen Facharzt in der Nähe hätte. Trotzdem sehe ich keinen Grund nach der Geburt noch im Krankenhaus zu bleiben, daheim fühle ich mich einfach viel wohler. Viele meiner Bekannten erklären mir, dass im Krankenhaus zu jeder Zeit die Schwester kommt und mir helfen kann. Klar, das wird die Hebamme nicht leisten können, auch wenn sie nur am anderen Ende des Dorfes wohnt. Trotzdem übernimmt sie genau die Betreuung, die ich auch im Krankenhaus bekommen würde. Diesen Punkt muss ich auf jeden Fall nochmal mit Herrn Baehr besprechen, bedeutet es für ihn ja auch einiges mehr an Arbeit und Verantwortung.
In einer dritten Runde legte die Hebamme Bilder zum Muttersein aus und wir durften uns eines aussuchen, das für uns das Muttersein am Besten beschreibt. Das war gar nicht so leicht, auf vielen der Bilder herschte eine Distanz zwischen Mutter und Kind. Ich war auf der Suche nach einem Bild, das Geborgenheit und Nähe ausstrahlt und habe dann schlussendlich für mich das wahrscheinlich perfekte Bild gefunden. Eine Mutter, die ihr Kind auf dem Schoß hat, die beiden kuscheln und lesen gemeinsam ein Buch. Genau so stelle ich mir vertraute und enge Momente mit dem Baehrenkind vor. Außerdem erinnert mich das Bild an schöne Momente mit meiner Mutter. Und lesen spielt in meinem Leben sowieso eine sehr große Rolle.
Da wir noch genug Zeit hatten, machte die Hebamme mit uns noch Gymnastik. Ich hatte schon Bedenken, dass ich zu steif bin oder zu schlapp, weil ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitze. Das war aber so gar nicht der Fall, war die Gymnastik doch auch nicht besonders anstrengend. Aber es hat gut getan sich ein bisschen zu bewegen und zu lockern. Und auch mal wieder tief ein- und auszuatmen. Als Hausaufgabe haben wir drei der Übungen aufbekommen. Das ist sicherlich nicht verkehrt sie zu machen, helfen sie doch auch den Körper nach einem langen Tag zu lockern. Vor allem die Übung „Hängebauchschwein“ hat mir sehr zugesagt, da dort der untere Rücken entlastet wird. Ein Segen für meine geschundene Wirbelsäule.
Geschlossen wurde der erste Kursabend dann mit einer Entspannungsübung. Da habe ich mir, erwartungsgemäß, sehr schwer getan. Ich bin einfach nicht in der Lage locker zu lassen, einfach die Beine in den Boden sinken zu lassen. Da bin ich zu sehr Kopfmensch. Trotzdem habe ich versucht das Beste daraus zu machen und mich so weit wie möglich darauf einzulassen.
Ich bin schon sehr gespannt, was die nächsten Abende bereithalten, denke aber, dass mir dieser Kurs sehr gut tun wird.
frau_baehr am 09. Oktober 15
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