Ich glaube, ich habe vor einiger Zeit schon einmal geschrieben wie wichtig es mir ist wählen zu gehen. Und dass es auch wichtig ist sich mit den Wahlprogrammen auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich muss zugeben, dass es nicht ganz einfach ist eine eigene Meinung zu bekommen, wenn man Eltern hat die offen über ihr Wahlverhalten sprechen. Das hat mich geprägt und ich wähle heute ähnlich wie meine Eltern.
Herr Baehr dagegen macht aus der Wahl immer ein riesiges Geheimnis. Er verrät mir nie was er gewählt hat, was ja sein gutes Recht ist. Ich bin es nur nicht gewohnt nicht darüber zu sprechen, kenne es von meinen Eltern nur, dass man das vorher und hinterher diskutiert hat. Auch das gehörte bei uns zur Meinungsbildung dazu, meine Eltern haben nie versucht uns zu beeinflussen. Herr Baehr kennt das gar nicht, er kann nur Vermutungen anstellen, was seine Eltern wählen. Offen darüber gesprochen haben sie nie.
Nicht darüber zu sprechen finde ich schade. Gerade Jugendliche, die das erste Mal zur Wahl gehen brauchen da doch ein wenig Anleitung. Mir ging es zumindest damals so, ich glaube meine erste Wahl war auch eine Kommunalwahl und die kann einen beim ersten Wahlgang doch etwas überfordern mit den vielen Listen und der Möglichkeit Stimmen zu verteilen. Und so habe ich schon gestern beim Stillen dem Baehrenkind erklärt wie wichtig es doch ist zur Wahl zu gehen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Natürlich versteht sie das jetzt noch nicht, aber man kann ja nicht früh genug anfangen.
Mit einem Schreibaby bekommt man leider sehr oft den bescheidenen Tipp das Kind doch einfach schreien zu lassen. Dann würde es schon merken, dass das schreien nichts bringt. Ich finde diese Vorgehensweise sehr grausam, denn man vermittelt meiner Meinung nach dem Kind, dass man es mit seinem Problem alleine lässt. Ein Baby schreit niemals ohne Grund, wir erkennen den Grund nur oft einfach nicht.
Heute mussten wir das Baehrenkind aber leider schreien lassen, was mir fast das Herz zerissen hätte. Doch mitten auf der Autobahn in einer langen Baustelle gibt es leider keine Möglichkeit anzuhalten, nach hinten ins Auto zu krabbeln und das kleine Wesen zu trösten. Und so haben wir dann beide weinend im Auto gesessen.
Immer wieder bin ich bei der Suche nach neuen Büchern über
Die Seelenfischer von Hanni Münzer gestolpert. Nachdem ich von ihr schon ein Buch gelesen hatte und das ganz gut war, hatte ich mir den ersten Band der Seelenfischer-Tetralogie heruntergeladen. Fazit: Man kann es lesen, verpasst aber nichts, wenn man es nicht liest.
Lukas ist ein junger Jesuit, der gemeinsam mit seiner Schwester in Rom lebt. Sein Leben steht plötzlich Kopf, als der Oberste der Jesuiten ihm sein Geheimnis anvertraut und kurz darauf ermordet wird. Lukas ist hauptverdächtig den Mord begangen zu haben. Zur gleichen Zeit taucht auch noch seine Jugendliebe Rabea bei ihm auf, die sich sogleich darauf stürzt das Geheimnis des Jesuitenoberen zu ergründen. Doch das birgt einige Gefahren, Lucie, Lukas Schwester, wird entführt, die Nachbarin getötet und auch Rabea und Lukas geraten mehr als einmal in Lebensgefahr.
Eigentlich ist die Idee hinter dem Buch nicht schlecht, jedoch zieht sich die Geschichte unheimlich und streckenweise passiert, meiner Meinung nach, einfach nichts bzw. man hätte nicht so ausholen müssen. Durch die Langatmigkeit kommt die Geschichte auch nicht richtig in Schwung, so dass ich immer wieder auf die Prozentangaben meines Kindles geschielt habe um herauszufinden wie lange das noch so hin und her geht. Jetzt hadere ich mit mir, ob ich die Nachfolgebände noch lesen möchte oder nicht.