Obwohl das Baehrenkind die letzten Nächte wirklich gut geschlafen hat, bin ich ziemlich müde. Also habe ich es heute mal wieder mit einem Mittagsschlaf probiert. Eine halbe Stunde unruhig schlafen habe ich hinbekommen. Das Geschrei des Baehrenkindes hallt eben doch durchs ganze Haus, da kann ich nicht fest schlafen. Nach der halben Stunde Schlaf fühle ich mich aber noch gerädeter als vorher. So geht es mir eigentlich immer, wenn ich tagsüber eine Weile schlafe. Das ist irgendwie so gar nicht erholsam, also mache ich es nicht. Verstehen kann das keiner und dementsprechend bekomme ich das ständig vorgeworfen. Vielleicht wäre es ja was anderes, wenn ich mal zwei Stunden am Stück fest schlafen könnte, aber das ist mit so einem Brüllaffen und einem leicht überforderten Mann nicht drin.
Von heute auf Morgen ist mein Vater und meine Stiefmutter da. Sie wollen uns entlasten und nehmen uns das Baehrenkind ab. Das finde ich total lieb, Herrn Baehrs Eltern machen das ja auch einmal die Woche. Doch so entlastend finde ich das gar nicht. Das Baehrenkind schreit auch bei den Großeltern und das stresst mich. Außerdem habe ich noch jemanden da, der mein Gast ist. Ich muss mich unterhalten, für Getränke sorgen, nett sein. Gut, das erwarten sie wahrscheinlich gar nicht, aber ich kann nicht anders. Ich mag fremde Menschen in meiner Wohnung nicht so gerne, vor allem nicht, wenn ich was anderes machen soll. Schlafen kann ich da schon gar nicht.
Nachts während dem Stillen komme ich besonders viel zum lesen. Und so habe ich in den letzten Tagen
Aus den Trümmern von Emily Bleeker gelesen. Erzählt wird die Geschichte von zwei Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, Lilian und Dave. Parallel erfährt man, was wirklich nach dem Absturz und ihrer Rettung auf eine einsame Insel passierte und was sie nach ihrer Rettung von dort erzählen.
Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten zu verstehen was sie nun daheim erzählten und was nicht. Erst im Laufe des Buches wurde auch klar, warum sie überhaupt angefangen haben zu lügen. Die Geschichte wird auch erst im Laufe der Handlung spannend, obwohl einiges doch recht vorhersehbar ist.
Viel kann man über das Buch nicht sagen, da man sonst den Inhalt vorweg nehmen würde. Gefallen hat es mir ganz gut, auch wenn ich mit dem wechselnden Erzählstil erst warm werden musste.