648 - Geburtsvorbereitungskurs - Teil 7
Im letzten Kursteil ging es um das Stillen. Diesmal hatten wir beschlossen direkt ins Thema einzusteigen und keine Gymnastik und Entspannungsübungen vorweg zu machen, damit wir uns gut konzentrieren können. Die Hebamme sagte, dass für sie das Thema besonders wichtig ist. Sie erklärte uns zuerst, dass Stillen das Beste für Mutter und Kind ist. Die Muttermilch ist nun mal das optimalste, was man dem Baby geben kann. Mittlerweile hat man wohl auch herausgefunden, dass jedes Kind eine andere Milch bekommt. Also auch bei Geschwisterkindern ist die Milch nicht gleich.

Zur Vorbereitung auf das Stillen, empfahl uns die Hebamme die Brustwarzen jetzt schon immer mal wieder aufzustellen und leicht daran zu ziehen, damit sie sich an diese Berührungen gewöhnen. Es ist auch gut, wenn man ca. 6-8 Wochen vorher einmal die Woche einen Teebeutel Schwarztee in heißes Wasser legt und ihn, sobald das Wasser nicht mehr zu heiß ist, dann ausdrückt und auf die Brustwarzen legt. Darüber dann eine Stilleinlage und den BH und das ganze einfach so lange drauf lassen, bis es kalt geworden ist. Das soll helfen die Brustwarzen zu gerben.

Außerdem ist es gut ca. zwei Wochen vor dem errechneten Termin anzufangen die Brust mit Öl zu massieren. Sie hatte uns als Beispiel Stillöl von Weleda mitgebracht, dass neben Lavendel vor allem Fenchel, Kümmel und Anis enthält. Das ist genau mein Duft, ich liebe ja schon immer den Fenchel-Anis-Kümmel-Tee und dessen Duft. Beim einölen sollen wir darauf achten, dass wir die Brustwarzen nicht mit einölen, da wir sonst den Gerbvorgang wieder rückgängig machen würden. Den Rest der Brüste kann man aber schön durchkneten, so wie Hefeteig und zum Schluß noch einmal von den Armen her über die Achseln ausstreifen.

In diesem Zeitraum ist es auch gut schon mit einem Stilltee anzufangen. Welcher ist egal, da kann man schauen was man mag. Wichtig ist nur, dass man viel trinkt, auch gerade nach der Geburt. Am Besten weiterhin 2-3 Liter. Das fällt mir jetzt schon schwer, gerade zur Zeit mit dem ständigen Sodbrennen ist das eine Herausforderung. Aber sicherlich machbar.

Stilleinlagen gibt es auch ganz verschiedene, so wie Still-BHs. Das muss jede für sich selbst probieren, erklärte die Hebamme. Sie selbst hätte die Stilleinlagen aus Wolle-Seide-Gemisch gemocht. Viele nehmen aber auch einfach Baumwolleinlagen, die man dann in der ganz normalen Wäsche mitwaschen kann oder eben wegwerf Einlagen. Bei Still-BHs sollen wir vor allem darauf achten, dass sie keine Bügel haben. Bügel, oder auch Nähte, die quer über den BH verlaufen, können einen Milchstau verursachen.

Wenn das Kind geboren wird, wird es in der Regel auf die Brust gelegt. Oft fangen die Kleinen dann, wenn sie nicht zu erschöpft sind, an nach der Brust zu suchen. Die Hebamme erklärte, dass man beobachtet hat, dass kleine Säuglinge mit ihren Händen so etwas wie Milchtritte machen. Wichtig wäre es am Anfang Geduld zu haben und sich bewusst zu machen, dass das Baby einen winzigen Magen hat und nicht viel trinken muss. Es kann auch sein, dass erstmal gar nichts kommt oder das Baby den Dreh nicht ganz raus hat. Wichtig wäre nur, das ist ihre Meinung, das Baby nicht zu lange auf einer Seite saugen zu lassen, damit die Brustwarzen nicht zu wund werden. Nach etwa fünf bis sieben Minuten soll man die Seite wechseln und die benutzte Warze troknen lassen.

Ich hatte auch immer gedacht, dass ich nicht nach der Uhr stillen möchte sondern dann, wenn das Baehrenkind Hunger hat. Das habe ich mir viel stressfreier vorgestellt und dachte es wäre für uns beide gut. Die Hebamme erklärte aber, dass wir einen Abstand von zwei Stunden einhalten sollten. Und zwar ab dem Ende des Stillens. Vorher hätte das Kind das zuvor aufgenommene noch nicht verdaut, oft weinen Babys dann, weil sie Bauchweh haben und fangen, genauso wie bei Hunger, an zu schmatzen und nach der Brust zu suchen. Da hilft Wärme, Nähe, ein Schnuller, der eigene kleine Finger oder ein kleiner Schluck lauwarmer Tee.

Die einzige Ausnahme mit den Stillabständen könnten wir Nachts machen. Wenn das Kind schläft und nicht aufwacht, wäre das in Ordnung, außer es würde über sechs Stunden hinaus gehen. Wichtig wäre auch Nachts das Stillen und alles drum und drann nicht zu zelebrieren. Also im Optimalfall das Licht auszulassen oder nur wenig Licht zu machen, nicht aufzustehen und vor allem nicht irgendwelche Faxen machen. Sonst lernen die Kinder wohl, dass Nachts das Licht angeht und man aktiv wird. Eigentlich logisch.

Zum Abschluss zeigte die Hebamme uns noch ganz praktisch drei Postitionen zum stillen, die wir dann alle mit der Puppe ausprobieren durften. Das war einerseits komisch, andererseits aber auch sehr schön. Es hat so einen Vorgeschmack auf das kommende gegeben. Ich freue mich schon total darauf mit dem Baehrenkind so eng kuscheln zu können.

Anschließend haben wir noch eine Atemübung im Gehen gemacht. Wir sind durch den Raum gelaufen, haben versucht uns auf uns zu konzentrieren und dann die Schritte beim Ein- und Ausatmen zu zählen. Nach einiger Zeit haben wir uns mit einer anderen Frau ausgetauscht. Meine Partnerin war ganz erstaunt, dass ich länger ausgeatmet habe als ein. In einer nächsten Runde haben wir beim Ausatmen gesummt und auch wieder die Schritte gezählt. Summend atmet man anscheinend langsamer aus, ich brauchte plötzlich acht bis zehn Schritte statt vorher fünf. In einer letzten Runde machten wir dann alle einen Ton mit geöffnetem Mund und auch da kam ich wieder auf ungefähr acht Schritte. Eine gute Übung für den Kreissaal, ich hoffe, ich erinnere mich dann noch daran.

Zum Abschluss haben wir uns noch einmal ausgetauscht. Allen noch anwesenden Frauen hat der Kurs sehr gut gefallen und auch gut getan. Mir hat er die Angst vor dem Unbekannten genommen. Und die vielen kleinen Tipps der Hebamme sind einfach extrem hilfreich. Diese werde ich mir die nächsten Tage auch noch einmal zusammenschreiben, so dass ich einen guten Überblick habe.

Ganz zum Schluss gab es noch ein Gruppenfoto, eine schöne Erinnerung. Eine Gruppe bei Whats App ist auch schon entstanden. Ich fände es sehr schön den Kontakt halten zu können, auch wenn ich da nicht wirklich gut drin bin. Aber ein paar andere Mamas zu kennen wäre super. Mal sehen, eine hat genau einen Tag vor mir den erechneten Termin, wir haben schon gesagt, dass wir uns dann ja im Krankenhaus treffen könnten. Mal sehen ob das so hinhaut.